[2 Minute Lesezeit] Diese Woche ist mir ein Begriff begegnet: "Invisible Contract". Es ging darum, wie wir Verbindlichkeit aka Buy-in herstellen. Und dabei musste ich feststellen, dass wir uns gegenüber manchmal am wenigsten verbindlich sind. 
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MODERNE PROJEKTMANAGEMENT BOTSCHAFTEN
Diese Woche ist mir ein Begriff begegnet: "Invisible Contract". Es ging darum, wie wir Verbindlichkeit aka Buy-in herstellen. Und dabei musste ich feststellen, dass wir uns gegenüber manchmal am wenigsten verbindlich sind. [2 Minuten Lesezeit]
Hi , 😃

warum tun wir Dinge, von denen wir selbst überzeugt sind, dass sie uns guttun würden, trotzdem nicht – solange niemand sie von uns verlangt?

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    Es gibt da ein Paradoxon, das erlebe ich immer wieder:

    Unternehmen A setzt ein Training auf freiwilliger Basis an. „Wenn du möchtest, melde dich an.“, heißt es. Doch obwohl die Inhalte des Trainings aus einer Umfrage zum Trainingsbedarf hervorgehen, bleiben die meisten Plätze frei.

    Unternehmen B hingegen setzt das Training verpflichtend an. Weil es ja aus der Umfrage hervorging, hält sich das Gemaule in Grenzen. Anfangs sitzen die Teilnehmenden vielleicht noch etwas widerwillig drin, doch hinterher sagen die meisten: „Das war voll gut. Das hätten wir schon viel früher gebraucht.“

    Muss man die Leute jetzt zu ihrem Glück tragen?

    Nimmt man uns also in die Pflicht, läuft es. Doch mal ehrlich, das kann doch nicht sein ...

    Leider doch. Und das lässt sich sogar wunderbar größer ziehen:

    • Wir gehen zum Meeting, weil jemand uns eingeladen hat.
    • Wir liefern die Präsentation, weil sie jemand angefordert hat.
    • Wir beantworten Nachrichten, weil jemand auf Antwort wartet.
    • Wir halten Deadlines ein, weil wir sie zugesagt haben.

    Sobald aber nur wir selbst auf etwas warten, wird es erstaunlich unverbindlich.

    Vielleicht geht es um mehr als reines „Pflichtbewusstsein“. Vielleicht fehlt uns für uns selbst schlicht das, was wir für andere längst haben; einen Vertrag.

    Schau mal auf dich und dein Projekt: Oh ja, von außen betrachtet, hast du lauter sichtbare und unsichtbare Verträge mit anderen abgeschlossen. Kunden. Sponsoren. Projektmitarbeitende. Lieferanten. Chef bzw. Chefin. Alle, mit denen du dich fortwährend alignst.

    Das beginnt mit deinem Arbeitsvertrag. Da ist der Projektauftrag. Da sind die Kalendereinladungen. Zusagen. Erwartungen. Deadlines.

    Für uns selbst haben wir meistens nur einen guten Vorsatz.


    Bis zum Kalendereintrag, mit dem wir uns Zeit für unsere Themen blocken, kommt es häufig gar nicht. Und selbst wenn, ist das der erste "Termin", der geopfert wird.

    Und das ist normal. Ein ganzer Arbeitstag für die Ziele anderer ist gesellschaftlich völlig normal.

    Zwei Stunden während dieses Arbeitstags für die eigene Entwicklung können sich dagegen plötzlich rechtfertigungsbedürftig anfühlen. Kann ich mir das gerade erlauben? Habe ich dafür wirklich Zeit? Ist das jetzt wichtiger als meine Aufgaben?

    Und wenn wir heimkommen, werden die Aufgaben ja nicht weniger.


    Doch vielleicht müssen wir uns gar nicht zu unserem Glück zwingen. Sondern nur etwas überlisten:

    • Dem Freund versprechen, dass wir am Abend mit ihm Badminton spielen gehen, um selbst zu unserer Sporteinheit zu kommen.
    • Uns selbst schon mal beschenken, für das PM-Zertifikat, dass wir noch dieses Jahr erfolgreich einfahren werden.
    • Partner oder Partnerin versprechen, dass wir vor 12 ins Bett gehen, um am Morgen nicht wieder kraftlos und übermüdet zum Totalausfall für die Familie zu werden.
    • Einen Termin mit dem Steuerberater ausmachen, damit das mit der Steuererklärung endlich mal in Gang kommt.
    • Das Training buchen und sofort bezahlen, damit ich am Tag, wo es losgeht nicht doch andere Dinge priorisiere.

    Vielleicht brauchen wir manchmal nur einen äußeren Anlass, um uns selbst wichtig genug zu nehmen.


    Dann geben wir unserem Vorsatz etwas, das die Erwartungen anderer längst haben: einen Platz in der Realität. Dann sprechen wir aus und versichern damit auch uns selbst gegenüber, was uns wichtig ist. Wir verankern es regelrecht.

    Dann machen wir viel weniger wahrscheinlich einen Rückzieher vor uns selbst. So entsteht ein unsichtbarer und manchmal sogar sichtbarer Vertrag. So entsteht Verbindlichkeit gegenüber uns selbst in einem äußeren System, das gar nicht darauf ausgerichtet ist, uns selbst gerecht zu werden.

    Und so bleiben wir, was wir sind und schnell in den Hintergrund rückt: Eine Ressource für uns selbst. Die mit ein paar Tricks bewusster entscheidet, womit sie ihren Tag beginnt, wo sie ihre Energie reinsteckt und wie sie ihre Kapazität über den Tag verteilt.


    Denn: Mit wem hast du eigentlich einen Vertrag geschlossen, dass alle anderen zuerst drankommen?
      Und vergiss nie: Du kannst jederzeit deine verrückten Ideen umsetzen!
      In deinen Projekten und darüber hinaus.
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      Foto Chris Schiebel
      Auf zur Brillanz ✨
      Chris

      Botschafter für modernes Projektmanagement und Anstifter für moderne Zusammenarbeit


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