[2 Minuten Lesezeit] Transparenz ist ein hoher Wert. Besonders im Agilen. Doch too much Zwischeninformation macht alle kirre. Wie findest du das richtige Maß?
 ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌ ‌
MODERNE PROJEKTMANAGEMENT BOTSCHAFTEN
Transparenz ist ein hoher Wert. Besonders im Agilen. Doch too much Zwischeninformation macht alle kirre. Wie findest du das richtige Maß? [2 Minuten Lesezeit]
Hi , 😃

wie transparent muss Arbeit eigentlich wirklich sein?

[wie gewohnt gibt's diesen Newsletter hier auch zum Anhören]

Im Scrum ist Transparenz ein Grundpfeiler, der zusammen mit Werten wie Offenheit, das Fundament für empirische Prozesskontrolle, Vertrauen und fundierte Entscheidungen bildet.

Gleichzeitig ist Transparenz vielen ein Dorn im Auge. Auch denen, die nichts zu verbergen haben. Denn schnell wird schlecht gemachte Transparenz zu TMI, also too much information. Und damit zu Ablenkung vom Eigentlichen.

Dann empfangen wir zu viel. Dann wird es bei aller Anstrengung schwierig, das wirklich für uns Relevante und Wichtige herauszuhören. Dann leidet der Durchsatz bzw. unsere Produktivität.

Wenn ich z.B. eine Aufgabe delegiere, ...

... wünsche ich mir am allermeisten, dass sie erledigt wird. Ich will sie in guten Händen wissen.

Nun stell dir vor, du bekommst täglich ein Update vom Stand der Arbeit. Ich weiß ja nicht, wie es dir damit geht, doch ...

Im schlimmsten Fall irritiert mich das und es stellen sich mir Fragen wie:

  • Ist sich die Person selbst nicht so sicher, wie es geht?
  • Soll ich jetzt kontrollieren, ob die Aufgabe richtig verstanden wurde?
  • Wenn ich jetzt nicht reagiere/interveniere, wird es dann noch gut?

Es ist, als hätte ich die Verantwortung für die Aufgabe gar nie abgegeben:

  • Als wäre ich am Ende für das Arbeitsergebnis verantwortlich.
  • Als könnten im Prinzip alle machen, was sie wollen, denn ich fange Fehler schon auf.

Die hochgelobte Transparenz macht mich kirre.

Besonders wenn gilt "es war ja alles jederzeit einsehbar, da hätte ja mal früher wer draufkommen können, was zu sagen ... woher hätten wir das wissen sollen ...?"

Dann tut es mir leid, dann fühle ich nichts von Verbindlichkeit und Identifikation mit der Arbeit. Und auch nichts von einem eigenen Qualitätsanspruch an das Resultat.

Wenn wir so arbeiten, komme ich ja zu nichts.

Und betrachte es gerne auch in die andere Richtung.

Mein Chef will was von mir. Ich habe gar keine Lust, dass:

  • der mir ständig über die Schulter blickt.
  • ich in jeder Situation beurteilt und bewertet werde.
  • ich das Gefühl habe, die eigentliche Aufgabe bestünde darin, es ihm recht zu machen.

Nein, ich will es zu Beginn verstehen, meine Fragen loswerden und dann in Ruhe machen, was ich am besten kann: meine Arbeit.

Ab hier kann man sich auf mich verlassen.

Und wenn sich neue Fragen ergeben, zu denen ich ein Feedback brauche, um einen guten Job zu machen, dann rühre ich mich. Und nur dann, gebe ich einen Zwischenbericht.

In der Zwischenzeit dürfen mein Chef, oder Kunden, oder User gerne draufschauen. Doch jetzt Feedback zu geben, wäre kontraproduktiv. Ich bin ja selbst noch gar nicht mit allem so weit, wie in meiner Vorstellung. Auf diese arbeite ich ja gerade hin, dass diese Vorstellung noch Realität wird.

Und teilweise muss ich diese Vorstellung ja selbst erst noch entwickeln.

Das ist ein Prozess. Und wie der aussieht, sofern es keine Vorgaben und Richtlinien gibt, das gestalte ich gerne selbst.

Wie Information fließt, will ich lenken.
Wann ich Zeit zum Nachdenken brauche, will ich spüren können.
Welche Erkenntnisse ich daraus ableite, will ich zunächst selbst beurteilen.
Bevor alles auf den Prüfstand kommt.

Sonst verbringe ich am Ende noch Zeit, Zwischenergebnisse aufzuhübschen, statt das Endergebnis voranzutreiben.

Sonst verbringe ich mehr Zeit, damit in Meetings über meine Arbeit zu reden, als sie zu machen.

Sonst geht es gar nicht mehr um Resultate und Wirkung, sondern die Show auf dem Weg dahin.

Deshalb bin ich bei Transparenz gerne vorsichtig, was damit wirklich gemeint ist. Jeden Tag im Daily über dieselbe Aufgabe die selben Worte verlieren, ist es sicher nicht.

Teilweise habe ich Arbeitsdokumente mit Zwischenständen auf Laufwerken, wo niemand Unbeteiligtes, der oder die auch tatsächlich daran arbeiten, Zugriff hat. Damit ich niemanden verunsichere, mit dem was alles hinter den Kulissen vor sich geht, damit am Ende ein tolles Ergebnis auf der Bühne steht.

Der Weg dahin ist nicht unwichtig.

Doch für Zwischenstände müssen andere Maßstäbe gelten als für das Ergebnis. Transparenz heißt für mich deshalb nicht "jederzeit alles für jeden sichtbar". Sondern "die richtige Information zur richtigen Zeit für die richtigen Leute". Sonst tun wir auch dem Management und den Entscheidern keinen Gefallen.

Um das richtige Maß an Transparenz zu finden, entscheiden für mich daher folgende Faktoren:

  1. Wie erfahren ist die Person, der die Aufgabe übertragen wurde?
  2. Wie klar wurden Anforderungen, Erwartungen und Rahmenbedingungen besprochen?
  3. Was wurde vereinbart, wie Feedback oder das Reporting erfolgt?
  4. Wie groß ist die Abhängigkeit vom Ergebnis der Aufgabe?
  5. Wie leicht lassen sich Fehler später noch korrigieren?
  6. Wie leicht sind Fehler durch die Person selbst überhaupt erkennbar?

Und dann werden je nach Bedarf Quality-Gates oder -Checks eingebaut. Oder es eben auch gelassen, weil sicher nichts anbrennt.
    Mehr erfahren
    Und vergiss nie: Du kannst jederzeit deine verrückten Ideen umsetzen!
    In deinen Projekten und darüber hinaus.
    Persönlich ist dir lieber? Antworte gerne auf diese E-Mail oder vereinbare einen Call mit mir. Kostenfrei, unverbindlich, unaufdringlich. Ein Sparringspartner auf Augenhöhe eben! 👍
    Foto Chris Schiebel
    Auf zur Brillanz ✨
    Chris

    Botschafter für modernes Projektmanagement und Anstifter für moderne Zusammenarbeit


    Email Marketing von ActiveCampaign