[3 Minuten Lesezeit] Was macht DICH zu einem schwierigen Stakeholder? Und wie erleben dich dann andere? Das ist die beste Gelegenheit, um etwas über dich (selbst) zu lernen.
was macht DICH zu einem schwierigen Stakeholder? Und wie erleben dich dann andere? [wie gewohnt gibt's diesen Newsletter hier auch zum Anhören]
Diese Fragen lesen sich vielleicht etwas wie ein Vorwurf. Auf der anderen Seite ist es eine super Gelegenheit, etwas über dich selbst zu lernen. Und "... endlich mal eine einfache Frage von dir, Chris." lautete das instant Feedback erst diese Woche. Well then ...
Gleich starten wir zusammen tiefer in die Antworten und Hintergründe der Fragen. Vorher möchte ich noch ein Highlight meiner Woche mit dir zusammen feiern!🥳
Das Best-of aus 3 Jahren PM-Botschafter News hat es in ein Buch beim Haufe-Verlag geschafft, Deutschlands größtem Fachbuchverlag. Ich bin so stolz!
Je nachdem, wie lange du mir schon folgst, kannst auch du stolz sein: Viele der 100 Impulse im Buch kommen aus unserem Austausch, unserer Zusammenarbeit und dem, was wir erleben durften. Manche Leser:in waren Inspiration für die Infografiken. Und ein paar von euch sind sogar mit mir auf dem Titelbild des Covers. Haufe hat da eine riesen Ausnahme gemacht, denn eigentlich kommt da nicht der Autor drauf. Na? Stolz? 😊
Worum es geht: 100 Antworten auf echte Fragen, Situationen und Herausforderungen aus dem Projektalltag. Das Buch hat 315 Seiten und ist jetzt bei Amazon und Haufe erhältlich.
PS: Check out my Flip-Flops auf dem Bild.😅 Die Bücher kamen leider unverpackt auf einer Palette und ich musste alle ins Büro tragen. Pragmatiker der ich bin: Mit den Schuhen war ich an der Türschwelle einfach schneller. Und trotzdem hat es 2h gedauert. Creazy das alles.
Und damit zur Kernfrage zurück: Was macht DICH zu einem schwierigen Stakeholder? Und wie erleben dich dann andere?
Hintergrund der Frage ist ein Training zum Thema "Stakeholdermanagement und typische Konfliktsituationen", das ich diese Woche beim Kunden gegeben habe. Worauf ich gar keine Lust in dem Kontext hatte: dass wir über andere herziehen und Fingerpointing betreiben.
Also habe ich uns alle zuerst in den Spiegel schauen lassen.
Und es auch selbst getan: Ausgestattet mit einer Seelenruhe, gibt es dennoch durchaus auch Dinge, die mir die Stimmung verderben. Dann bekomme ich schlechte Laune. Und werde so für andere unausstehlich und eklig, dass ich mich selbst nicht mag. Dann bin ich in den Augen der anderen super streitbar, reagiere auf alles, was mir nicht passt gereizt bis gepisst und bin leider sehr direkt und wenig rücksichtsvoll in meiner Wortwahl. Kein Smiley, kein Hug. Pure Anspannung.
Was mich aus der Seelenruhe bringt: unerfüllte Erwartungen und Präferenzen dahingehend, wie die Dinge laufen sollten. Nicht aus Kontrollzwang, sondern weil Abweichungen meinen Flow stören. Dann schwindet die Ruhe. Um so mehr, je mehr sie meinen Überzeugungen und Wertvorstellungen entgegenlaufen. Erinnerst du dich noch dran, wie es mir geht, wenn man mir nicht zuhört. Übers Zuhören habe ich deshalb mal einen Newsletter geschrieben.
Ich arbeite dran! Insbesondere daran, es mit meinen Präferenzen nicht zu übertreiben und lieber mit Neugier auf Abweichungen zu reagieren.
Und du: Was macht dich schwierig? Wie gibst du dich dann? Reflektier mal.
Hier eine Auflistung der Antworten, die ich seither dazu bekommen habe. Meine Neugier hat mich weit über das Training hinausschießen lassen. Seit 4 Tagen frage ich das alle und jeden.
Wenn Aussagen widersprüchlich sind. Dann zweifle ich alles an. Und ich meine ALLES! Das verunsichert andere total. In deren Augen bin ich schwierig. Sagen sie mir auch.
Wenn ich was nicht verstehe. Dann frage ich andere Löcher in den Bauch. Mein Bohren nervt andere wahnsinnig schnell. Ich raube ihnen die Zeit, sagen sie dann.
Wenn Antworten und ganze Gespräche oberflächlich bleiben. Dann poche ich auf Outcome. Will wissen, wie uns das weiterbringt. Andere setzt das unter Druck.
Wenn ich es allen recht machen möchte. Vor lauter Harmoniebedürftigkeit verliere ich dann gerne mal das Wesentliche aus den Augen. Dann bin ich für andere der Emo.
Wenn andere ständig "Ja aber..." sagen. Dann werde ich fuchsig und schieße ich zurück. Verteidige meinen Standpunkt und meine Meinung. Es kommt zum Streit.
Wenn die Gegenseite kein Verständnis für meine Argumente zeigt. Dann ziehe ich mich zurück, werde ruhig. Für die anderen entziehe ich mich dann der Diskussion.
Wenn meine hohen Ansprüche nicht erfüllt werden. Dann mache ich es selbst. Die anderen wissen davon manchmal gar nichts. Wochen später kommt’s raus und knallt.
Wenn andere unzuverlässig sind. Dann würde ich die Zusammenarbeit am liebsten beenden. Geht aber nicht. Also fordere ich mit Vehemenz ein. Es wird ungemütlich.
Wenn ich mich persönlich angegriffen fühle. Dann ist die Person bei mir durch. Das Vertrauen dahin. Dann werde ich wortkarg. Andere nennen das dann unkooperativ.
Und das Krasse bei all dem: Für unser Verhalten gibt es gute Gründe. Wir handeln aus den besten Intentionen und geben unser Bestes. Wollen gute Menschen sein und gute Arbeit leisten. Und trotzdem werden wir schwierig für andere.
Jetzt drehen wir das mal rum:
Wenn du das nächste Mal jemanden als "schwierig" empfindest, schau mal, ob das wirklich zutrifft. Oder ob hier nur Nähe, Verständnis, Vertrauen und Klarheit fehlen.
Oft ist es die Art und Weise, die nicht ankommt. Mit der selbst du und ich von anderen als "schwierig" wahrgenommen werden.
Ein Umstand, über den wir eigentlich lachen sollten. Schließlich haben wir genau in diesen Momenten die Gelegenheit, etwas über den anderen zu lernen. Wie er/sie tickt. Was ihr/ihm wichtig ist. Wie man gut mit ihnen zusammenarbeiten kann.
Du willst nicht allein sein mit den Problemen in deinem Projekt.
Musst du nicht.
Mein Tipp: Such dir eine Person, bei der du dir sicher sein kannst, dass wenn ihr zusammenarbeitet, sie DICH garantiert besser macht. Und davon ggf. sogar DAS GANZE TEAM oder gar DAS GANZE UNTERNEHMEN profitieren. Mitunter bin das ich als ...
PS: Vergiss nie, du kannst jederzeit deine verrückten Ideen umsetzen! In deinen Projekten und darüber hinaus. Dafür bin ich Botschafter für modernes Projektmanagement und Anstifter für moderne Zusammenarbeit.